27.11.2015

 Martin Compart über "UnterGrund"

 Die Sicht des Kenners


“Als ich die maskierten Männer in den grünen Kampfanzügen erkannte und die ölig glänzenden Maschinenwaffen auf uns gerichtet sah, hatte ich die Bestätigung, dass es reiner Wahnsinn ist, so kurz nach einem brüchigen Waffenstillstand die Front zu überschreiten. Wenigstens für einen Mann, der auf der anderen Seite steht.”
So cool fängt UNTERGRUND an, und so cool geht es auch weiter in dieser autobiographischen Schrift, die einmal eine der wenigen deutschen Polit-Thriller auf internationalem Niveau war. Autobiographisch steht Willi Voss´ Buch irgendwo auf demselben Regal wie Ernst von Salomons DIE GEÄCHTETEN oder Jack Blacks YOU CAN´T WIN.
Als ich 1986 zu Bastei-Lübbe ging, lernte ich Willi Voss kennen, der damals für den Verlag schrieb. (siehe auch: https://martincompart.wordpress.com/2013/06/05/noir-fragen-an-willi-voss/
Ich kannte seine beiden Polit-Thriller, die er unter dem Pseudonym E.W.Pless veröffentlicht hatte: GEBLENDET und GEGNER. Es war ganz deutlich, dass der Autor wusste, worüber er geschrieben hatte: Bürgerkrieg im Libanon und der verzweifelte terroristische Kampf der Palästinenser. Wie ich, fuhr Jörg Fauser auch sofort auf GEGNER ab. Und irgendwann haben wir dann zu dritt in Witten und Bergisch-Gladbach ein Wochenende durchgesoffen und gequatscht und gequatscht und gequatscht. Jörg, der immer alles genau wissen wollte, zog Willi alles über seine Erfahrungen im bewaffneten Kampf für die Palästinenser aus der Nase, was er nur ziehen konnte.
Willi
Mit Willi in Spanien.
Und seit 2012 gibt es nun endlich eine überarbeitete Neuausgabe von GEBLENDET unter dem Titel UNTERGRUND, die nun nicht mehr der Roman ist. Hätte Fauser noch gelebt, hätte er bestimmt ein enthusiastisches Nachwort zu diesem authentischen und autobiographischen Nahost-Thriller geschrieben, der in der deutschen Thriller-Literatur (und darüber hinaus) als einzigartiges Monument dasteht. Willi hat alles geschrieben: Polit-Thriller, Conspiracy, Western, Polizei- und Privatdetektivromane. Gut sind sie alle. Aber GEBLENDET und GEGNER entstanden zu einer Zeit, als die Wunden noch frisch waren und er den Pulverdampf noch in der Nase hatte.
Passt gut zur Lektüre von Carlottos DER FLÜCHTLING.
Einen relativ fairen Bericht über Willi als Fatah-Kämpfer und CIA-Agent auf:
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-90334819.html
http://www.amazon.de/UnterGrund-Willi-Voss/dp/3944223004/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1416849005&sr=1-1&keywords=willi+voss

16.01.2014

So geht es ...







NDR - Falschmeldung über Olympia-Attentat

Hamburg/MVPO  SPIEGEL - Eine Unwahrheit und die Art, wie die Verantwortlichen damit umgehen, wecken Zweifel an der journalistischen Sorgfalt im NDR.
Am 19. Juli hatte Caren Miosga in den „Tagesthemen“ einen Beitrag über die „Geschichte des Attentats bei den Olympischen Spielen in München“ anmoderiert. Dokumente des Verfassungsschutzes belegten, dass deutsche Rechtsextremisten bei „der Vorbereitung“ des Anschlags geholfen hätten.
Welcher Art die Hilfe war, erläuterte die Moderatorin so: „Einer von ihnen ist Willi Pohl. Er besorgte den Terroristen, unter anderem, Waffen und beteuert heute, nicht gewusst zu haben, was sie denn damit vor gehabt hätten.“ In den Akten des Verfassungsschutzes gibt es keinen Hinweis auf Pohl als Waffenlieferanten der Olympia-Terroristen. Und: Die Autorin des Beitrags hatte einen sachlich richtigen Moderationsvorschlag mitgeliefert.
Obwohl Pohl, der sich schon vor Jahrzehnten glaubhaft vom Terror losgesagt hatte, gegen die Darstellung protestierte, wiederholte der NDR den Beitrag in der Sendung „DAS!“. Auf die Frage, warum, antwortete eine Sprecherin: „Eine Intervention“ von Herrn Pohl „ist uns nicht bekannt“. Dabei hatte der Redaktionsleiter „Dokumentation und Reportage“ Pohl schon am Tag nach dem Miosga-Märchen geschrieben, dass die „Tagesthemen“-Moderatorin ihn „bedauerlicherweise und gegen die Absprachen“ als Rechtsextremisten dargestellt habe. Die falsche Einordnung als Waffenlieferant erwähnte er mit keinem Wort.

Mangelnde journalistische Sorgfalt beim Thema Rechts ?

Bei der Tageschau Redaktion sind einige NDR Journalisten beschäftigt, die in diversen  Anti-Rechts Blog's im Internet aktiv sind oder sie selber Betreiben. Die dort verbreitenden Blogbeiträge sind oftmals jenseits jeglicher journalistischer Sorgfalt und ähneln eher einer Art von Propaganda. Nicht selten wird in diesen Blogs unverhohlen zu Gewalt gegen rechte Gesinnungsgenossen aufgerufen. In einem Blogbeitrag stellte ein anonymer Autor die Frage warum man nicht einfach mal ein bisschen Feuer legen könnt. 3 Tage später brennt der Dachstuhl eines Stalls in Viereck (M-V). Das Gebäude gehört einem rechten Gesinnungsgenossen. Der Anschlag wurde quer durch alle politischen Parteien scharf kritisiert.
Im März 2011 wurde mit einer ebenfalls zweifelhaften Berichterstattung im NDR Medienmagazin Zapp ein Internetnachrichtenportal aus Mecklenburg-Vorpommern regelrecht in den Ruin getrieben. Diesem Portal wurde in dem Zapp-Beitrag völlig zu Unrecht eine Nähe zur NPD unterstellt, obwohl es nur seiner journalistischen Sorgfalt nachkam, und Presseberichte aller im Schweriner Landtag vertretenden Parteien abdruckte.
Beteiligt war die gleiche Redaktion beim NDR in Hamburg. Beim Thema Rechts schein man im NDR Hamburg andere Maßstäbe von journalistischer Sorgfalt zu pflegen als sonst üblich.
MVPO News red/esp/

Quelle: Spiegel / Korr MVPO ESP