12.02.2010

11. 3. 2010: 1. Berliner Krimimarathon





























1. Berliner Krimimarathon

Das Syndikat lädt alle Freunde des gepflegten Vergehens, der bewussten Widrigkeit und des gedanklichen Abmurksens ungeliebter Zeitgenossen mit literarisch Verwerflichem zum 1. Berliner Krimimarathon ein.

Sieben Autoren präsentieren ihre aktuellen Kriminalromane oder ihre neusten mörderischen Geschichten.

Es lesen:

Bernd U. Schwenzfeier, Wolfgang Schüler,

Lothar Berg, Petra A. Bauer, Stephan Hähnel,

Anja Feldhorst, Veit Etzold


Dazu gibt es Musik von Martin Zwingmann!

Restaurant FREIRAUM
Buchholzer Straße 5
10437 Berlin


Abendkasse: 6,- Euro
Gästeliste: 5,- Euro


Die zweite Lesung, an der ich teilnehmen werde, findet am 23. September 2010 um 20 Uhr im Restaurant Freiraum statt.

Information: www.wortmotive.de

10.02.2010

Frühjahrsputz















Trotz der klirrenden Kälte habe ich eine Art Frühjahrsputz veranstaltet, nicht nur die Speicher des Rechners, auch Kisten und Kästen mit der Absicht durchforstet, mir einen Überblick über den Bestand an Skizzen, Ideen, versuchten und geschriebenen Geschichten zu verschaffen. Das Ergebnis ist ein riesiger Stapel an Papier und eine verwirrend lange Liste von Dateien, unter denen sich überraschend viele Manuskripte verbergen, die sich bereits aus meinem Gedächtnis verflüchtet hatten. Es handelt sich um eine ganze Reihe von Kurzgeschichten, zwei kurz vor dem Ende abgebrochene Thriller und einen autobiografisch eingefärbten Roman, der sich insbesondere mit meinen im Nahen Osten verbrachten Jahren und meinen Erfahrungen im libanesischen Bürgerkrieg befasst.
Da der Nachfolger von „Pforte des Todes“ bereits vorliegt und voraussichtlich zur Frankfurter Buchmesse vorgestellt wird, baue ich im Augenblick einen Kurzgeschichtenband zusammen. Das wird etwa eine Woche dauern. Danach schließe ich entweder den autobiografisch eingefärbten Roman oder einen Thriller mit Schauplatz Mittelamerika ab. Die Besonderheit am Mittelamerika-Thriller: Der Held ist kein Held, sondern eine Heldin.
Hasta pronto!

09.01.2010

Über meinen Sprach-"Stil"



















Martina in Krimizeit über „Pforte des Todes“:
„Der Schreibstil ist vielleicht nicht jedermanns Sache. Dieser ist sehr eigenwillig. Saloppe Umgangssprache wechselt sich mit anspruchsvolleren Dialogen ab.“

Ach ja, mein eigenwilliger Schreibstil … Mal salopp, mal anspruchsvoll, mal so direkt, dass sich um Sprachsauberkeit bemühte Buchhändlerinnen erschrocken umdrehen, wenn sie meinen Namen auf einem Buchdeckel entdecken. „Wieso“, wurde ich von inzwischen zwei Personen gefragt, „können Sie nicht wie andere Autoren einen durchgehend „sauberen“ Stil schreiben? Dass Sie es können, ist offensichtlich.“
Ich kann eben nicht. Nicht, wenn ich meinem Anspruch gerecht werden will, authentische Geschichten zu schreiben, die zwar nicht die Wirklichkeit abbilden, aber eine Wirklichkeit schildern, die man, wenn man seine Geschichten ordentlich recherchiert, unter Umständen im Nachbarhaus, ganz sicher aber in den verbrechensrelevanten Milieus findet. Jugendliche allgemein, Stricher, Nutten, Zuhälter, Knackis, Polizisten, Berufsgruppen etc. benutzen nun mal ihre eigenen, oft recht drastischen Sprachvarianten. Wenn ich Figuren aus diesen Gruppen in meinem Gechichten sprechen lasse, werde ich ihnen erst dann gerecht, wenn ich sie wie „da draußen“ sprechen lasse. Aber es geht mir natürlich nicht nur um „Gerechtigkeit“ der literarischen Figur gegenüber, mir geht es darum, dem Leser meiner Romane ein möglichst authentisches Bild der Geschichte und ihrer Personen zu vermitteln. Die meisten Leser, entnehme ich dem Feedback, empfinden es als Zugewinn, wenn mein Professor Schlagmichtot anders redet als der aus der Gosse herausgekrochene Totschläger.
Außerdem: Nicht ich, meine Figuren reden. Ich beschreibe sie lediglich.
In diesem Sinne ein erfrischendes Neues Jahr.

06.01.2010

Reinhard Busse über "Pforte des Todes"

*Schon als Kind hatte Reineking die Menschen bewundert, die mit dem vertrackten Regelwerk der Höflichkeit umzugehen verstanden, die zu wichtigen oder unwichtigen Anlässen die richtigen Worte und damit den Beifall der Autoritäten fanden. Das Schlimme war, er kannte die Regeln aus dem Effeff, aber er begriff sie nicht in ihrem Wesen, sah sich unfähig, sie glaubwürdig anzuwenden. Fast immer hatte er das Gefühl, Hohles, Doppelbödiges oder Unaufrichtiges zu sagen, wenn er sich einer dieser Serienfloskeln bediente. Auch jetzt, dem Oberstaatsanwalt gegenüber, war er unfähig, eine entschuldigende Phrase anzuwenden ...*
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Zum Inhalt: Ein höchst ungewöhnlicher Fall für Hauptkommissar Reineking: Ein Mensch liegt, bis zur Unkenntlichkeit verbrannt, vor dem Sockel des Kaiser-Wilhelm-Denkmals an der Porta Westfalica. Zeugen wollen gesehen haben, dass das Opfer lodernd brennend auf das Denkmal zugelaufen sei. Wer ist das Opfer? Und hat das antike Medaillon eine Bedeutung? - Eine der wenigen anfänglichen Spuren.
Als Hauptkommissar Reineking herausfindet, dass das Opfer vor seinem Tod versuchte, sowohl einem Journalisten als auch dem Vatikan eine Geschichte über eine dubiose Sekte zu verkaufen, ist er anscheinend auf der richtigen Spur. Denn der geheimnisvolle Tote hatte den Guru der Sekte, zu deren Riten angeblich blutige Menschenopfer gehören, überfallen und den Schlüssel einer Kapelle und besagtes Medaillon gestohlen. In der Kapelle erwartet die Ermittler ein wahrlich grausiger Fund: der Leichnam einer offenbar rituell getöteten jungen Frau. Ihr Körper ist völlig vernarbt.
Wer steckt hinter den rätselhaften Toten im sonst doch so idyllischen Westfalen? Sind hier wirklich dunkle Mächte am Werk? Ist die Sekte wirklich im Besitz uralter Dokumente, die das geheime Wissen bergen, um aus dem Jenseits zurückzukehren? Einige Kirchenvertreter sind davon überzeugt - und somit beginnt eine umbarmherzige Treibjagd auf den Sektenführer ...
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Fazit: Willi Voss ist zurück!
Der Autor beherrscht anscheinend einfach alles: plotten, intensive Charaktere aufbauen, Spannung pur erzeugen und dichte Atmosphäre schaffen.
Und zudem bringt er eine beeindruckende Nachdenklichkeit mit, niemals ins Oberflächlige abdriftend.
416 höchst empfehlenswerte Seiten ...
meint -- Reinhard Busse

02.01.2010

Literaturkurier über "Pforte des Todes"
















An der Porta Westfalica, zu Füßen des Kaiser Wilhelm-Denkmals im beschaulichen Westfalen, liegt eine verbrannte Leiche. Kommissar Reineking hat als Hinweis nur ein Medaillon, das in der Asche gefunden wurde - diese Spur führt zu uralten Mythen und rätselhaften Verschwörungen, die längst mit unserem Alltag verknüpft sind. Doch statt Gewissheit und Erkenntnis, findet der Ermittler eher Unsicherheit, Unschärfe und weitere Rätsel... Der "Altmeister" Willi Voss beweist, dass man mit bekannten Zutaten (Verschwörungstheorie trifft klassischen Polizisten) einen frischen, wirklich spannenden, überzeugenden Thriller schreiben kann. Dazu braucht es keine Superhelden oder übernatürliche Kräfte, sondern viel eher glaubwürdige Figuren, einen einfallsreichen Plot, überraschende Wendungen und ein furioses Finale.

FAZ.Net
Literaturkurier
Deutschlandradio
Deutschlandradio Kultur

25.12.2009

Ein kurzer Abschied von einem langen Jahr















Fast verweht - das Jahr. Nie langweilig, weil spannend. Wie, die allgegenwärtige Frage, wird es sein mit dem Comeback? Flop oder Top? Wie nehmen die Leser, wie die Kritik den gegen die Regeln geschriebenen Roman an? Daumen unten oder oben? Durchwachsen die Reaktion oder – wegen der dreimaligen Verzögerung – berechtigterweise verärgert?
Auf der Buchmesse in Frankfurt lief es hervorragend. Fast den gesamten Bestand signiert, Anforderungen von Buchclubs und TB-Verlagen bedient, gute Gespräche mit Kollegen und der kritisierenden Zunft. Schön, dass du wieder im Dorf bist. Dort ist jedoch ziemlicher Stress, weil es unterhalb der Logenplätze jede Menge Konkurrenz gibt. Macht aber beweglich, der Kampf auf den Rängen. Der Verkauf? Gut, gut. Wie gut, wird sich bei der ersten Abrechnung zeigen. Und die Kritik?
Sie urteilt ohne Ausnahme positiv bis begeistert oder, wie Jochen König von der KrimiCouch es formuliert: „Ein gelungenes Comeback!“

Alles in allem (für einen Wieder-Anfänger) ein gutes Jahr. Möge 2010 noch besser werden. In diesem Sinne ganz herzlichen Dank an alle, die mir wohlgesonnen waren und sind. (Die anderen mögen noch einmal in sich gehen) ... entonces hasta el aňo que viene, en el mismo sitio naturalmente, siempre Euer
Willi Voss
(der sich für einige Tage aus familiären Gründen abmeldet)

23.12.2009

hard boiled











Nichts für Zartbesaitete
Willi Voss schrieb einen neuen Thriller

Er schickte Manfred Krug und Charles Brauer auf Verbrecherjagd, ließ Jan Fedder als Dirk Matthies im Hamburger „Großstadtrevier“ ermitteln – jetzt hat sich Krimi-Autor Willi Voss mit einem Thriller zurückgemeldet.

Das Treffen mit dem Reporter hat Willi Voss so organisiert, wie sich sein Ermittler Ulli Reineking in „Pforte des Todes“ mit einem möglichen Informanten verabredet – Treffpunkt Café, Erkennungszeichen ein Nachrichtenmagazin. Willi Voss ist in der Krimiszene kein Unbekannter, die längst verstorbenen Berliner Krimi-Größen Ulf Miehe und Jörg Fauser waren gute Bekannte des gelernten Bibliothekars. Einst finanzierte Voss sein Leben in Spanien mit
Jerry-Cotton-Folgen, machte sich dann einen Namen als Drehbuchautor für „Tatort“ und „Großstadtrevier“. Dann verschlug es Willi Voss für längere Zeit ins Ausland. Der Kontakt zu einer Filmfirma brachte ihn zurück nach Berlin, und dort ins Märkisches Viertel, wo sein Bruder lebt. Und von hier aus startete er zu den Lesereisen für seinen neuen Roman „Pforte des Todes“, der in Westfalen spielt.
„Spökenkiekerei“ seiner Vorfahren und Erzählungen der Familie seiner Frau, die aus dem Münsterschen stammt,
waren Anregungen für einen Kriminalfall, der mit einem geheimnisvollen Vorfall am Kaiser-Wilhelm-Denkmal Porta
Westfalica seinen Ausgang nimmt.
Dort ist offenbar ein Mensch verbrannt, nur noch ein übrig gebliebenes Bein bleibt den Ermittlern als Chance zur Identifizierung des Toten. Die Kriminalisten geraten in die Auseinandersetzung zwischen einer sektenähnlichen Organisation, die offenbar über geheimes Wissen des Templerordens verfügt, und skrupellosen Agenten, die wohl für einen Geheimdienst des Vatikans arbeiten.
Spätestens hier fragt sich der Leser, ob Willi Voss ein deutscher Dan Brown werden will. Doch wo sich der amerikanische Bestsellerautor manchmal im Versuch verliert, Verschwörungstheorien mit seinem erfundenen Symbolik-Spezialisten Robert Langdon auf eine angeblich seriöse wissenschaftliche Grundlage zu stellen, liefert Willi Voss den „hardboiled“ Krimi: Ermittlungsarbeit, die von Kleinigkeit zu Kleinigkeit einer Wahrheit auf die Spur kommt, die nicht unbedingt beruhigend ist.
Das ist so spannend erzählt, dass der Leser nicht merkt, dass sich Voss für den Roman durch rund 350 Bände an archäologischer und historischer Fachliteratur gelesen hat. Übrigens: Trotz der sorgfältigen Verankerung in historischer Wissenschaft ist der Roman nichts für allzu zart besaitete Leser: Voss gelingt es, nicht nur das Bein vom Anfang so zu beschreiben, dass der Leser sehr genau das vor seinem geistigen Auge hat, was sich auch die Protagonisten zumuten müssen. Krimifreunde werden von der „Pforte des Todes“ jedenfalls begeistert sein.

Christian Schindler (Berliner Woche 2. 12. 2009)