NDR - Falschmeldung über Olympia-Attentat
Hamburg/MVPO SPIEGEL - Eine Unwahrheit und die Art, wie die
Verantwortlichen damit umgehen, wecken Zweifel an der
journalistischen Sorgfalt im NDR.
Am 19. Juli hatte Caren Miosga in den „Tagesthemen“ einen
Beitrag über die „Geschichte des Attentats bei den Olympischen
Spielen in München“ anmoderiert. Dokumente des Verfassungsschutzes
belegten, dass deutsche Rechtsextremisten bei „der Vorbereitung“
des Anschlags geholfen hätten.
Welcher Art die Hilfe war, erläuterte die Moderatorin so: „Einer
von ihnen ist Willi Pohl. Er besorgte den Terroristen, unter anderem,
Waffen und beteuert heute, nicht gewusst zu haben, was sie denn damit
vor gehabt hätten.“ In den Akten des Verfassungsschutzes gibt es
keinen Hinweis auf Pohl als Waffenlieferanten der
Olympia-Terroristen. Und: Die Autorin des Beitrags hatte einen
sachlich richtigen Moderationsvorschlag mitgeliefert.
Obwohl Pohl, der sich schon vor Jahrzehnten glaubhaft vom Terror
losgesagt hatte, gegen die Darstellung protestierte, wiederholte der
NDR den Beitrag in der Sendung „DAS!“. Auf die Frage, warum,
antwortete eine Sprecherin: „Eine Intervention“ von Herrn Pohl
„ist uns nicht bekannt“. Dabei hatte der Redaktionsleiter
„Dokumentation und Reportage“ Pohl schon am Tag nach dem
Miosga-Märchen geschrieben, dass die „Tagesthemen“-Moderatorin
ihn „bedauerlicherweise und gegen die Absprachen“ als
Rechtsextremisten dargestellt habe. Die falsche Einordnung als
Waffenlieferant erwähnte er mit keinem Wort.
Mangelnde journalistische Sorgfalt beim Thema Rechts ?
Bei der Tageschau Redaktion sind einige NDR Journalisten
beschäftigt, die in diversen Anti-Rechts Blog's im Internet
aktiv sind oder sie selber Betreiben. Die dort verbreitenden
Blogbeiträge sind oftmals jenseits jeglicher journalistischer
Sorgfalt und ähneln eher einer Art von Propaganda. Nicht selten wird
in diesen Blogs unverhohlen zu Gewalt gegen rechte Gesinnungsgenossen
aufgerufen. In einem Blogbeitrag stellte ein anonymer Autor die Frage
warum man nicht einfach mal ein bisschen Feuer legen könnt. 3 Tage
später brennt der Dachstuhl eines Stalls in Viereck (M-V). Das
Gebäude gehört einem rechten Gesinnungsgenossen. Der Anschlag wurde
quer durch alle politischen Parteien scharf kritisiert.
Im März 2011 wurde mit einer ebenfalls zweifelhaften
Berichterstattung im NDR Medienmagazin Zapp ein
Internetnachrichtenportal aus Mecklenburg-Vorpommern regelrecht in
den Ruin getrieben. Diesem Portal wurde in dem Zapp-Beitrag völlig
zu Unrecht eine Nähe zur NPD unterstellt, obwohl es nur seiner
journalistischen Sorgfalt nachkam, und Presseberichte aller im
Schweriner Landtag vertretenden Parteien abdruckte.
Beteiligt war die gleiche Redaktion beim NDR in Hamburg. Beim
Thema Rechts schein man im NDR Hamburg andere Maßstäbe von
journalistischer Sorgfalt zu pflegen als sonst üblich.
MVPO News red/esp/
Quelle: Spiegel / Korr MVPO ESP